Work Hard – Play Hard: Repräsentationen von Arbeit im Dokumentarfilm

Arbeit ist ein zentraler Bestandteil unseres Lebens. Sie formt Gesellschaften, kollektive Erfahrungen und soziale Verhältnisse, prägt Körper, Beziehungen und Bewusstsein. Sie gräbt sich ein in räumliche Umgebungen, hinterlässt Spuren. Gleichzeitig entziehen sich viele Formen von Arbeit der unmittelbaren Wahrnehmung: Sie finden in ausgelagerten Produktionsprozessen, privaten Räumen oder digitalen Strukturen statt und bleiben filmisch wie gesellschaftlich oft marginalisiert. Der Dokumentarfilm begegnet diesem Spannungsfeld nicht nur als Medium der Abbildung, sondern als ästhetisch-analytische Praxis, die Arbeit(sverhältnisse) sinnlich wie gedanklich erschließt, in spezifische Narrative überführt und Wirklichkeit mitgestaltet – und wird dabei selbst zu einem Arbeitsprozess, der in soziale und ökonomische Kontexte eingebunden ist.
Das Seminar untersucht, wie dokumentarische Bilder Arbeit zeigen, historisieren, reflektieren und strukturieren. Inwieweit kann der Wandel von Arbeit und der Wandel dokumentarischer Formen zusammengedacht werden? Im Mittelpunkt stehen unterschiedliche filmische Strategien zur Repräsentation von Arbeit: von industrieller und körperlicher Arbeit über Care- und Dienstleistungsarbeit bis hin zu prekären, informellen und immateriellen Arbeitsformen. Dabei soll auch die politische, soziale und ethische Dimensionen der filmischen Repräsentation diskutiert werden.
Gemeinsam werden wir Filme sichten und besprechen sowie theoretische Texte lesen. Die Liste der Filme wird am Anfang des Seminars bekanntgegeben.
Ergänzend zum theoretisch-analytischen Teil sollen eigene filmische Miniaturen entstehen, die sich mit einer Form von Arbeit auseinandersetzt. Diese praktische Übung dient der Erprobung dokumentarischer Mittel und der Reflexion der eigenen Position als filmisch arbeitende Beobachter*in. Voraussetzung für den Erwerb eines Scheins ist die regelmäßige und aktive Teilnahme.
Lehrende: Juliane Großheim
Beginn: 23.04.26, 10 Uhr
Termine: Donnerstags, 10–14 Uhr
Ort: Raum 123
Nachweis: Fachtheorieschein
